Finanzielle Beihilfen zur Ausbildung – ist auch ein Kredit denkbar?

Die berufliche Ausbildung ist nicht immer eine finanziell sichere Sache. Oft genug ist das Lehrlingsgehalt so niedrig, dass man sich kaum über den Monat retten kann. Viele schulische Ausbildungen werden sogar gänzlich ohne Einkommen absolviert. Im Gegenteil – muss hier sogar oft eine Ausbildungsgebühr bezahlt werden. Die Finanzierung bis zum Berufseinstieg ist also ein Thema, das jedes Jahr aufs neue zahlreiche Auszubildende beschäftigt. Im Folgenden werden einige Varianten besprochen.

Duale Ausbildung

Die klassische duale Ausbildung ist sicherlich der beste Weg, wenn es um eine sichere Finanzierung geht. Hier steht dem Lehrling ein monatliches Gehalt zu. Dieses variiert je nach Berufsgruppe und Firma. In einem Konzern wird man in aller Regel mehr verdienen, als in der 3-Mann-Firma um die Ecke. Zudem sind manche Berufsgruppen besser bezahlt als andere. Der Bankkaufmann oder Mechatroniker wird am Monatsende mehr in der Tasche haben als der Bäckergeselle. Auch im sozialen Bereich sind die Gehälter vergleichsweise niedrig.

Bafög

Auch wenn man Bafög in erster Linie mit einem Studium in Verbindung bringt gibt es das auch für Auszubildende. Vor allem schulische Ausbildungen, die ohne Lehrfirma und damit ohne regelmäßiges Gehalt stattfinden, eignen sich für die Finanzierung durch ein Schülerbafög. Idealerweise kommt man als Lernender hier für ein elternunabhängiges Bafög in Frage. Dieses würde dann auch ohne eine Einberechnung der finanziellen Situation der Eltern ausgezahlt werden. Da ein Auszubildender in aller Regel über keine weitere Einnahmen und Vermögensgegenstände verfügt steht ihm in aller Regel der Bafög-Höchtsatz zu.

Sollte kein Anspruch auf elternunabhängiges Bafög bestehen hängt der letztendliche monatliche Betrag vom Einkommen der Elten ab. Je höher dieses ist, desto weniger wird an Bafög ausgezahlt. Das liegt einfach daran, dass die Eltern für die erste Ausbildung des Kindes aufkommen müssen.

Kredite

Für Studium und Ausbildung gibt es auch die Möglichkeit, einen geförderten Kredit zu beantragen. Hierfür hat die Bundesregierungen mehrere Möglichkeiten eingerichtet. Diese Kredite werden in aller Regel ohne Prüfung der Bonität vergeben und haben ein recht niedriges Zinsniveau. Der Kreditnehmer kann seine Ausbildung in aller Ruhe absolvieren und muss erst nach erfolgreichem Abschluss mit der Rückzahlung beginnen. Aufschübe sind dabei immer möglich, wenn die Einkommenssituation einmal nicht so toll aussieht.

Sicherlich kann man sich auch nach klassischen Ratenkrediten umschauen. Im Netzt gibt es immer günstige Kredite im Vergleich. Diese Kredite werden allerdings nur bei ausreichender Bonität vergeben. Das sollte bei Auszubildenden ein Problem sein. Denkbar wäre ein solcher Kredit nur, wenn die Eltern oder eine andere Vertrauensperson als Bürge einspringen.

Bei beiden Kreditformen sollte immer beachtet werden, dass man sich schnell eine Schuldenlast aufbaut, die nach dem Berufseinstieg über Jahre und Jahrzehnte abgearbeitet werden muss. Das kann andere finanzielle Wünsche, wie etwa das erste eigene Auto oder ein Haus, weit in den Hintergrund drängen.

Fazit

Die Finanzierung der Ausbildung kann per Bafög oder Kredit geschehen, falls man keine gut dotierte Lehrstelle ergattert. Gerade Bafög ist sicherlich für viele Lernende interessant, da die Rückzahlungsmodalitäten sehr liberal sind. Mit Krediten sollte man dagegen vorsichtig sein, da man sich eine ziemliche Last für spätere Jahre aufbürdet.

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